Tirol hat sich ein Image als Filmland aufgebaut. Viele Regisseure wollen in den Bergen drehen, nun werden aber die Budgetmittel knapp.
Dirk Stermann feiert sein Spielfilmdebüt. Bild: Zoller
Das Komikerduo Christoph Grissemann und Dirk Stermann hätte eigentlich in Tirol sein Spielfilmdebüt feiern wollen. Die FM4-Stars und Kabarettisten sollten ab Frühjahr in Tirol für den Kinofilm "Patsch" vor der Kamera stehen. Regie führt Antonin Svoboda, der auf der Viennale mit "Spiele Leben" auf sich aufmerksam gemacht hat.
Doch nun könnte die schwarze Komödie um einen Geschichtsprofessor, seinen arbeitslosen Schwager und einen Autostopper in Niederösterreich gedreht werden. Svoboda hat nämlich bei der Filmförderstelle Cine Tirol um 120.000 Euro für sein Projekt angesucht, "leider konnten wir aber nur die Zusage für einen Teilbetrag geben", sagt Sabine Aigner von der Cine Tirol. Svoboda hat der Förderstelle auch nach der Teilabsage "nichts vorzuwerfen, aber ich muss mich halt auf die Suche nach einer anderen Finanzierungsmöglichkeit machen".
Dass Svoboda nun bei der Filmförderstelle Niederösterreich sein Glück versucht und Tirol den Rücken kehren könnte, "tut uns Leid, zumal es uns besonders am Herzen liegt, heimische Filmemacher zu unterstützen", so Aigner. Man verstehe den Schritt Svobodas, aber "mit einem Jahresbudget von einer Million Euro und das ungefähr gleichbleibend seit sechs Jahren" seien einfach nicht alle Filmanträge positiv zu erledigen, so Aigner.
Gefördert werden jährlich sechs bis zehn Projekte, von denen laut Aigner 80 Prozent österreichische Produktionen sind. Ende Februar wird sich fix entscheiden, ob und wie viel Niederösterreich für "Patsch" zuschießt und wenn auch diese Mittel nicht für den Start der Drehs reichen, "ziehen wir weiter wie ein Wanderzirkus", sagt Svoboda.