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Ein Bild zum Artikel: Der Vampir, der Quentin Tarantino erschoss

Der Vampir, der Quentin Tarantino erschoss

Tito Larriva, Frontmann der Tex-Mex-Kultrocker Tito & Tarantula im Gespräch über musikalischen Kontrollverlust, mangelnde Konzentration sowie die Vorzüge eines Vampir-Daseins. Am 7. Mai spielt die Band im Innsbrucker Treibhaus auf.

Tito Larriva hat den Weg zurück in die Dunkelheit gefunden.
Bild: Philip Lethen

TT.Com:: Euer neues Album heißt „Back into the Darkness“. Habt ihr denn die Dunkelheit je verlassen?

Tito Larriva: Ja, eine Zeitlang schon. Gegen Ende des vierten Albums hatte ich das Gefühl, die Kontrolle über die Richtung in die sich unser Sound entwickelte, verloren zu haben. Wahrscheinlich waren wir zu wenig konzentriert, aber das passiert mit der Zeit, man wird entspannt . Mit dem neuen Album sind wir zurück zu unseren Ursprüngen gegangen. Wir musste alles, was wir vergessen hatten, wieder neu lernen. Stefan Hofstetter, mit dem ich seit den 80er-Jahren zusammenarbeite und mit dem ich auch gemeinsam „After Dark“ geschrieben habe, ist nun wieder mit dabei.

TT.Com: Sie haben in dem Film „Desperado“ Quentin Tarantino erschossen. Sind sie stolz darauf?

Larriva: Ja, sehr! Es gibt eine Menge Schauspieler, die das gerne gemacht hätten. Steve Buscemi ist bei den Dreharbeite zu mir gekommen und sagte: „Hast Du überhaupt eine Ahnung was für ein Glück Du hast?“ Tarantino redet ja extrem viel. Jeder war froh, als ich ihn in dieser Szene erschossen habe, weil es dann so schön still war. Denn Tarantino hatte ja am Set nichts mehr verloren und musste in den Trailer gehen.

TT.com: Durch den Film „From Dusk Till Dawn“ hat die internationale Karriere von Tito&Tarantula begonnen, als Band seit ihr seitdem aber auf ein bestimmtes Image festgelegt. Stört es euch, in die Horror-Spaß-Ecke gestellt zu werden?

Larriva: Nun ja, hätten wir zuvor nicht schon eine Karriere gehabt, dann würde ich mich vielleicht darüber ärgern. Aber ich habe ja schon zwanzig Jahre zuvor begonnen als Komponist und auch als Schauspieler zu arbeiten. Dass wir dann aber auch in Europa so berühmt wurden, hat uns selbst überrascht. Seitdem kommen wir jedes Jahr hierher auf Tour. Wir lieben es hier. Unsere letzten beiden Alben haben wir auch nur in Europa veröffentlicht. Derzeit sind wir in Europa auch berühmter als in den USA. Wir machen aber weiterhin Filmsoundtracks. Für Tarantinos neuen Film haben wir gerade einen Vertrag unterschrieben. Wir machen aber z.b. auch Musik für „Prison Break“ und TV-Shows. Ich mag außerdem die Rolle in "From Dusk till Dawn". Ich bin ja selbst so eine Art Vampir.

TT.com: Wie darf man das verstehen?

Larriva:: Ich stehe nie bevor es dunkel wird auf und ich trinke gerne Tomatensaft. Das sieht ja so aus wie Blut.

TT.com: In Deutschland gibt es Clubs, wo sich Möchtegern-Vampire treffen und dort wird sogar richtiges Blut getrunken. Wäre das etwas für Sie?

Larriva: Klingt hervorragend. Wo ist das?

TT.com: Ihr habt bereits häufig in Innsbruck gespielt. Habt ihr irgendwelche speziellen Erinnerungen?

Larriva: Viele schöne jungen Menschen. Und stage-diving.

TT.com: Das wird doch bei all euren Shows so sein?

Larriva: Nein gar nicht. In Deutschland passiert das kaum. Aber in Österreich eigentlich immer.  


Silvana Resch
05.05.2008
   


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